Bildung als globaler Markt? MOOCs als Unternehmensstrategie für einen globalen Bildungsmarkt

MOOCs als Unternehmensstrategie für einen globalen Bildungsmarkt

In diesem Paper wurden MOOCs mittels einer SWOT-Analyse untersucht. Weiteres wurde auf die Geschäftsmodelle eingegangen wo es heißt, dass diese die zentrale Funktion haben, „Einkommensströme für das jeweilige Unternehmen zu generieren“ (Gaus/Bremer, 2014).

MOOC-Geschäftsmodell:

  • ‚Content-Bereitstellung‘
  • ‚Aufgabenstellung‘ (meist als Quiz, aber auch als Essay-Einreichungen u. a.) und Betreuung (bei größerer Teilnehmerzahl entsteht kein größerer Betreuungsaufwand–dies führt vielfach zu den an MOOCs kritisierten Schwächen);
  • Leistungen der ‚Vergabe der Zertifikate und Credits‘ – Leistungsüberprüfung
  • der Bereitstellung der erforderlichen ‚Infrastruktur zur Umsetzung‘ der MOOCs.
  • eine weitere Leistung: Die Entwicklung der zugrunde liegenden ‚didaktischen Konzeption‘ eines MOOCs, die sich in der Kombination aus Inputs, Content-Bereitstellung, Aktivierung der Lernenden und Schaffung von Lernanlässen durch Übungen usw., vorgesehene Betreuung und Prüfungsformate ausdrückt.

„Zudem nutzen viele Hochschulen und Universitäten MOOCs als Instrument des Imagegewinns, zur Profilierung, zur Öffentlichkeitswirksamkeit und Sichtbarkeit oder einfach als Experimentierfeld (Bremer et al. 2009).“ (Gaus/Bremer, 2014)

SWOT-Analyse MOOCs

Stärken:

  • Distribution Channels‘: Die Erreichbarkeit der MOOCs ist hoch, die einzige Teilnahmevoraussetzung ist der Zugang zum Internet. Dieses einfache Prinzip löst sowohl geografische als auch zeitliche Barrieren auf. (Gaus/Bremer, 2014)
  • ‚Customer Segments‘: Da die meisten großen MOOCs ursprünglich für Studierende und anfänglich nur auf Englisch angeboten wurden, stellt sich die Frage, wie die Kurse an die kulturellen Eigenarten und andere Zielgruppen weltweit angepasst werden können. (Gaus/Bremer, 2014)
  • ‚Revenue Streams‘: Aus den Geschäftsmodellen der MOOC-Plattformen lässt sich bisher entnehmen, dass die Kosten für die Studierenden klein gehalten und vermutlich nur bestimmte Premiumdienste mit Kosten verbunden sein werden. Damit würden die MOOCs auch in dieser Hinsicht gegenüber klassischen Vorlesungen an den Universitäten einen Vorteil haben. (Gaus/Bremer, 2014)

Schwächen:

  • ‚Partners‘: Hier stehen die meisten Anbieter vor dem Problem der Akkreditierung. Universitäten entscheiden darüber, ob sie die Kurse anderer Universitäten, die als MOOCs angeboten wurden, anerkennen oder nicht. Dabei spielt es auch eine Rolle, wie die Qualität der Bewertung der erbrachten Leistungen ist. (Gaus/Bremer, 2014)
  • ‚Cost Structure‘: Zusätzlich zum Akkreditierungsproblem kommen noch die didaktischen und organisatorischen Schwierigkeiten. So schließen nicht einmal 10% der eingeschriebenen Studierenden die Kurse mit einer bestandenen Prüfung ab (Kolowich/Newman 2013). (Gaus/Bremer, 2014)

Chancen:

  • Cost Structure‘: Die offensichtlichste Gelegenheit ist die dramatische Senkung von Bildungskosten. (Gaus/Bremer, 2014)
  • Value Proposition‘: Unternehmen können Stellenanzeigen für interessierte Studierende schalten. Das ermöglicht ihnen, schneller und global um die richtigen Arbeitnehmer zu werben. Im Vergleich zur heutigen Situation kann dieses Verfahren ein effektiver und effizienter Screening-Prozess sein. Zudem können MOOCs nicht auch in anderen Bereichen eingesetzt werden. (Gaus/Bremer, 2014)
  • Distribution Channels/Partners‘: Dies betrifft auch den tertiären Bildungssektor. Die erhöhte Flexibilität in der Weiterbildung wird sowohl den Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern nützen. (Gaus/Bremer, 2014)

Risiken:

  • ‚Value Proposition‘: Da es aufgrund der Flexibilität und Anzahl von MOOCs nicht möglich ist, alle Gelegenheiten und Erwartungen aufzulisten, versteckt sich hierin eine systematische Gefahr. Die Vielfalt von MOOC-Portalen und die unterschiedlichen Geschäftsmodelle, die angewendet werden, könnten zu einer schnellen Blasenbildung führen. (Gaus/Bremer, 2014)
  • Partners‘: Eine weitere große Gefahr ist der ungesicherte gesetzliche Rahmen der MOOCs. Sollten MOOCs als eine Bedrohung für das heutige Wissenschaftssystem angesehen werden, könnten auch gesetzliche Reglementierungen den Boom bremsen. Eine Gefahr liegt auch in der geringen wissenschaftlichen Qualität der Beiträge der Teilnehmenden und der Zunahme von Plagiaten, was ebenfalls eine Intervention mit sich bringen könnte (Daniel 2012). (Gaus/Bremer, 2014)

Trotz der Gefahr eines Hype-Zyklus (Linden/Fenn 2003) zeichnet sich ab, dass MOOCUnternehmen, bereits jetzt über ein großes Entwicklungspotenzial verfügen. Dabei wachsen For-Profit- und Non-Profit-Geschäftsmodelle zusammen (Bershadskyy et al. 2013). Diese Hybridisierung zeigt sich auch im investiven Bereich derjenigen Unternehmen, die fast ausnahmslos eine Finanzierungsstruktur aufweisen, die sowohl öffentliche als auch private Investoren einschließen. Zudem ist ein Schritt der institutionalisierten Bildungseinrichtungen teilweise vollzogen, teilweise absehbar, sich als Gesellschafter an MOOC-Providern zu beteiligen. (Gaus/Bremer, 2014)

 

Bremer, Claudia/Gaus, Olaf (2014): MOOCs als Unternehmensstrategie für einen globalen Bildungsmarkt. Online unter: file:///C:/Users/Public/Documents/Kommunikationswissenschaft/Masterstudium/2.%20Semester/MOOCS/MOOCs%20als%20Unternehmensstrategie_Gaus_Bremer_Bershadskyy.pdf (18.6.2016).

Bildung als globaler Markt: Veränderungen und Probleme

Durch die globale Vernetzung wurde es möglich, dass Bildungsangebote Landesgrenzen überschreiten konnten. Somit sind Bildungsangebote heute nicht mehr an bestimmte lokale Standorte gebunden, wodurch Lehrinhalte über dutzende Kilometer und über mehrere Kontinente hinweg vermittelt werden können.
Damit konnte der globale Markt räumliche Beschränkungen überwinden, jedoch nicht ganz ohne Probleme:

Online-Bildungsangebote, die live vermittelt werden, sind, wenn sie über Distanz vermittelt werden dem Problem der Zeitverschiebung ausgesetzt: „Viele Nutzer leben auf der Südhalbkugel, die Betreiber auf der Nordhalbkugel, weshalb eine Gruppe wach bleiben muss, um in Echtzeit miteinander zu sprechen.“ (Becker/Rojas 2014: o.S.)
Ebenso fraglich ist es zudem, ob online Prüfungen abgelegt werden können, deren Gültigkeit überprüft werden kann und ob die abgeschlossenen E-Learning Kurse jemals gleichwertig behandelt werden, wie andere Bildungsabschlüsse.
Insbesondere interessant finde ich diesbezüglich den Aspekt einer Motivationsüberwachung, welcher möglicherweise als Reaktion auf die autonome Wissensaneignung, die mit E-Learning Angeboten wie MOOCs verbunden ist, folgen könnte: Die aktuelle Konzeption von MOOCs ist für die Menschen ausgelegt, welche die Motivation aufbringen, sich selbst Wissen anzueignen. Hierbei stellt sich die Frage, wie auch jene Menschen Erfolge erzielen können, die nicht für diese isolierte Form des Lernens ‚gemacht‘ sind. So könnten durch die neuen technischen Möglichkeiten etwa Gesichtserkennungssoftwares eingesetzt werden, um das Aufmerksamkeitslevel der MOOC-TeilnehmerInnen festzustellen. Ebenso denkbar wäre ein direktes Feedback durch Emoticons oder die „Adaption der Lerninhalte nach detaillierter Identifikation von Emotionen (Freude, Angst etc.).“ (Ebd.: o.S)
Welche dieser unendlichen technischen Möglichkeiten sich tatsächlich etablieren werden ist fraglich, fest steht allerdings: Mit dem Einsatz solcher und ähnlicher Anwendungen ist es möglich, den psychischen Zustand der TeilnehmerInnen über große Distanz hinweg maschinell zu ermitteln (vgl. ebd.: o.S.). Somit entfallen weitere Probleme, welche noch zwischen den örtlichen Distanzen stehen, über diese hinweg Bildungsangebote nun vermittelt werden.

Quelle: Matthias Becker, Matthias/ Rojas, Raúl (2014): MOOCs statt Hörsaal (Telepolis): Der Unterricht im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit: Heise.

 

Open Access an der Universität Salzburg – Leitbild und Nutzen

Open access meint, dass diese Literatur kostenfrei und öffentlich im Internet zugänglich sein sollte, so dass Interessierte die Volltexte lesen, herunterladen, kopieren, verteilen, drucken, in ihnen suchen, auf sie verweisen und sie auch sonst auf jede denkbare legale Weise benutzen können, ohne finanzielle, gesetzliche oder technische Barrieren jenseits von denen, die mit dem Internet-Zugang selbst verbunden sind.  https://www.uni-salzburg.at/index.php?id=65433

2017-06-18_19h34_35Leitbild der Universität Salzburg zu Open Access 

http://www.ubs.sbg.ac.at/open-access/open-access-leitbild-plus.pdf

Die Universität Salzburg unterschrieb im Jahr 2014 die Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen, um zu bekräftigen, dass sie Open Access publizieren unterstützen.

Das Ziel der Erklärung ist es, der Gesellschaft in umfassender Weise Zugang zu wissenschaftlichen Informationen zu gewähren. Um freien Zugang zu Wissen zu ermöglichen, müssen Inhalte und Software zugänglich und kompatibel sein.

Open Access ist ein Gewinn für Studierende/Forschende, da sie freien und kostenlosen Zugang zu vielen wissenschaftlichen Publikationen bekommen.  Die Wissenschaft profitiert, da Wissen schneller verbreitet wird und dies zu einer besseren Vernetzung beiträgt.  Der Steuerzahler profitiert, da öffentlich geförderte Forschungsergebnisse öffentliches Gut sind. Bibliotheken haben auch einen Nutzen an Open Access, da sie ohne Open Access aufgrund von steigenden Zeitschriftenpreisen keine umfassende Literaturversorgung gewährleisten könnten.

https://www.uni-salzburg.at/index.php?id=65463

Universität Salzburg nimmt an wegweisendem Zugangs- und Open-Access-Publikationsmodell „Springer Compact“ teil

Mit freundlicher Unterstützung durch das Rektorat nimmt die Universität Salzburg ab 1.1.2016 an dem wegweisenden Zugangs- und Publikationsmodell „Springer Compact“ teil. Die Initiative zur Teilnahme ging von Univ.-Prof. Dr. Fatima Ferreira-Briza, Vizerektorin für Forschung und der Universitätsbibliothek aus. https://www.uni-salzburg.at/index.php?id=65433

Studierende und Mitarbeitende der Uni Salzburg haben seit September 2016 elektronischen Zugriff auf mehr als 2000 Springer-Publikationen. Zudem ist eine kostenlose Publikation für WissenschaftlerInnen der Uni Salzburg in 1600 Hybrid-Zeitschriften des Springer Verlages möglich.

Artikel in Gold-Open-Access-Zeitschriften des Springer-Verlags können weiterhin über den Open-Access-Publikationsfonds der Universität Salzburg finanziert werden.

„SpringerCompact“ wurde im Rahmen des Österreichischen Bibliothekskonsortiums „Kooperation E-Medien Österreich / KEMÖ“ vorbereitet.

https://www.uni-salzburg.at/index.php?id=65433

 

Open-Access an der Universität Salzburg

Open-Access ist der freie Zugang zu wissenschaftlichen Inhalten, welche im Internet verfügbar gemacht werden.

Seit 01.01.2016 hat die Universität Salzburg im Rahmen der Kooperation E-Medien Österreich“ (KEMÖ) mit dem Springer-Verlag ein neues Lizenzmodell „Springer Compact“ für die Jahre 2016-2018 vereinbart. Durch SpringerCompact haben Angehörige der Universität Salzburg seit 2016 elektronischen Zugriff auf über 2.000 Springer-Zeitschriften. Wissenschaftler_innen der Universität Salzburg können seit Anfang 2016 in über 1.600 Hybrid-Zeitschriften des Springer-Verlages Open Access publizieren, ohne dass zusätzliche Kosten anfallen.
Springer Compact verbindet die Nutzung von Inhalten auf „Springer Link“ mit der Möglichkeit, Open Access zu publizieren („Read & Publish“).
Möchte eine Wissenschaftlerin oder ein Wissanschaftler ihren/seinen Beitrag im Open-Access verfügbar machen, geschieht das über die Veröffentlichung in Open Access Journals oder über Archivierung auf einem Dokumentenserver.

Durch die Wahl von Open Choice verbleibt das Copyright beim Autor oder der Autorin. Ihr Artikel wird unter einer Creative Commons Lizenz (i.d.R. CC BY 4.0) veröffentlicht.
Open Access Leitbild der Paris-Lodron-Universität Salzburg:
Leitlinien:
  • In der Berliner Erklärung über den offenen
    Zugang zu wissenschaftlichem Wissen wird dargelegt wie die Universität Salzburg das Prinzip der Open-Access unterstützt. (https://openaccess.mpg.de/)
  • Die Universität Salzburg sieht den freien Zugang zu wissenschaftlicher Literatur, Forschungsergebnissen und Objekten des kulturellen
    Erbes als gesellschaftliche Verantwortung.
  • Wissenschaftliche Produktionen der Universität Salzburg will diese
    soweit als möglich open access zur Verfügung stellen.
  • Für die Angehörigen der Universität Salzburg wird durch eine Open Access Publikation die internationale Sichtbarkeit, Verbreitung und Verfügbarkeit ihrer Arbeit erhöht sowie die dauerhafte Zitierfähigkeit gewährleistet.
  • Die Universität Salzburg empfiehlt ihren Angehörigen eigene
    Publikationen und andere geeignete Forschungsergebnisse auf dem Weg des Open Access zu veröffentlichen und bereits veröffentlichte Arbeiten Open
    Access verfügbar zu machen, sofern dem nicht rechtliche Einschränkungen entgegenstehen.
  • Die Universität Salzburg ermutigt ihre Angehörigen ihre Urheberrechte wahrzunehmen.
  • Die Universität Salzburg ermutigt ihre Wissenschaftler_innen als Herausgeber_innen oder Gutachter_innen von Open Access-Publikationen tätig zu sein bzw. selbst solche ins Leben zu rufen.

Veränderung der Bildung am globalen Markt

In seinem Artikel ‚ Die auffällig verdächtige Begeisterung für MOOC & Co: Universitäre Lehre zwischen Austerität und Marktinteressen‘ beschäftigt sich Gero Fischer mitunter damit, was es für akademische Bildung bedeutet, zunehmen mit Globalisierung und Marktinteressen konfrontiert zu sein.

Denkbar ist, dass durch die Abhaltung von MOOCs und Onlinekursen den Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen eine Möglichkeit geboten wird, um ihre Inhalte an mehr Studierende ort- und zeitunabhängig zu vermitteln. Dies kann sich, bei qualitativ hochwertigen Kursen, positiv auf die Reputation der Bildungseinrichtung auswirken und beispielsweise internationale Studierende auf diese aufmerksam machen, wie Parr, CEO der Plattform FutureLearn, feststellt (vgl. Parr 2015: o.S.). Denkbar ist, dass dies zu einer internationaleren Ausrichtung der Lehrangebote führt und beispielsweise, um anderssprachigen Studierenden die Partizipation zu ermöglichen, Kurse vermehrt auf Englisch abgehalten werden. Wird jedoch ausschließlich auf Onlinekurse umgestellt, muss kritisch hinterfragt werden, ob dies der Qualität des Bildungsangebots schadet. Als Qualitätskriterium sieht Fischer den Dialog zwischen Studierenden und Lehrenden, das Begleiten der Lernenden sowie individuelle Betreuung an. Wenn mehr Studierende durch die gleiche Anzahl an Lehrenden betreut werden, muss mit einer Verschiebung der Betreuungsverhältnisse gerechnet werden, was sich womöglich nicht positiv auf die Studienqualität auswirken wird (Fischer 2015: 1). Ebenso ist zu hinterfragen, ob der Konkurrenzkampf zwischen Universitäten durch das Werben um Studierende am globalen Markt weiter angeheizt wird. Es ist denkbar, dass sich gewisse Bildungseinrichtungen durch aufwendig und professionell produzierte MOOCs von Konkurrenten abheben wollen, was Zeit und Budget in Anspruch nimmt. Vielfach können sich das nur Spitzenunis leisten, die über das nötige Kapital verfügen. Eine mögliche Folge hiervon könnte die zunehmende Verdrängung von kleineren Universitäten oder wenig Infotainment-tauglichen Studienangeboten sein (vgl. Fischer 2015: 5;12). Denkbar ist ebenso, dass jene Bildungseinrichtungen, welche die nötigen finanziellen Mittel nicht aufbringen können, verstärkt auf Fremdfinanzierung und Werbung angewiesen sein werden (vgl. Fischer 2015: 8). Fischer befürchtet ebenso, dass womöglich mit einem Zweiklassen-Studium zu rechnen sei: „Ein teures, zu bezahlendes Studium mit realen exzellenten Betreuungsbedingungen für eine verschwindende Minderheit und ein vorwiegend virtuelles Billigstudium für die große Mehrheit“ (Fischer 2015: 12).

Werden Kurse und Studien standardisiert und ECTS-Anrechnungen verschiedenster Universitäten möglich, ist zu befürchten, dass Inhalte aufgrund des erhöhten Konkurrenzdrucks verstärkt unter Gesichtspunkten der effektvollen Show und des Infotainments konzipiert werden. Auch hierbei ist zu hinterfragen, ob diese kommerzialisierte Ausrichtung die inhaltliche Qualität des Lehrangebots mindert. (vgl. Fischer 2015: 12).

Doch nicht nur durch MOOCs kann Bildung internationaler und globaler ausgerichtet werden. Denkbar ist auch das Anbieten von Kooperationsstudiengängen, wie der Kommunikationswissenschaft-Master-Studiengang „Master in Digital Communication Leadership“ der Universität Salzburg. In diesem kostenpflichtigen Masterprogramm verbringen die Studierenden ihre Studienzeit sowohl in Salzburg als auch in Kopenhagen bzw. Brüssel (vgl. DC Lead 2017.: o.S.). Denkbar ist, dass auch derartige Studiengänge zunehmen und bereits während der Präsenzzeit in einem Land über Online-Kommunikation der virtuelle Austausch mit Partnerinstitutionen oder Partneruniversitäten gefördert wird.

 

Quellen:

Fischer, Gero (2015): Die auffällig verdächtige Begeisterung für MOOC & Co: Universitäre Lehre zwischen Austerität und Marktinteressen. Online unter: https://slawistik.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/inst_slawistik/Fachdidaktik/Die_auff%C3%A4llig_verd%C3%A4chtige_Begeisterung_f%C3%BCr_MOOC_u.pdf (12.06.2017).

Parr, Chris (2015): Moocs could be ‘major recruitment tool’, says FutureLearn’s Simon Nelson. Online unter: https://www.timeshighereducation.com/news/moocs-could-be-major-recruitment-tool-says-futurelearns-simon-nelson/2018969.article#survey-answer (13.06.2017).

DC Lead (2017): Programme. Online unter: http://dclead.eu/programme/dc-lead/ (12.06.2017).

Bildung & Marktmechanismen

Ich habe einen spannenden Artikel von Herrn Peter Baumgartner gefunden, der in seinem Blog ein paar Gedanken zum Thema MOOCs und Bildung im Zusammenhang mit Marktmechanismen teilt.

Hier  sind einige Gedankenausschnitte von ihm:

Er geht auf den Zusammenhang von Mikro-Ebene (Individuum) und Makro-Ebene (Gesellschaft) ein

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Den ganzen Eintrag gibt es unter: http://peter.baumgartner.name/2013/03/01/anmerkungen-mooc-diskussion/ (aufgerufen am 14.06.2017)

 

Weitere Gedankenansätze:

“Große Medienkonzerne haben das Feld der digitalen Bildung bereits erkannt und investieren massiv in „All-in-one“-Lösungen für Schulen und Hochschulen. Neben vielen positiven und innovativen Ansätzen erlangen gewinnorientierte Unternehmen damit jedoch eine fragwürdige Kontrolle über die Lernplattformen, Unterrichtsgestaltung und Daten der SchülerInnen.“

Quelle: Birnker, Michael et al (2015): Wie gestalten wir den digitalen Wandel gerecht? Visionen und Forschungsfragen aus der Perspektive von Arbeitnehmerinnen undArbeitnehmern, Kammer für Arbeiter und Angestellte Wien 2015, S.22

 

“Aus philosophischer Sicht lässt sich OER als eine Art „digitaler Humanismus“, also die Weiterentwicklung des klassischen Humanismus der Renaissance für das digitale Zeitalter begreifen. Was zur damaligen Zeit Sprache und Kulturgüter (Literatur, Musik, Malerei) waren, sind heute digitale, offen zugängliche Artefakte. Hinzu kommen digitale Technologien zur gemeinsamen Produktion und zur weltweiten Verbreitung.“

„Ab 2004 Unternehmen wie Google, Facebook und Amazon das freie Cyberspace zu kommerzialisieren um ökonimischen Profit zu erzielen. Auch die durch die NSA und andere Geheimdienste praktizierte massenhafte Ausspähung steht der Vorstellung des freien Internets diametral entgegen. Open Educational Resources stehen der kommerziellen Nutzung des Webs zwar nicht grundsätzlich entgegen, begründen allerdings einen Gegendiskurs, der auf ein Teilen von Gemeingütern ausgerichtet ist. Da digitale Güter leicht zu kopieren und zu verbreiten sind, besteht keine Gefahr der Verknappung von Angeboten und damit die Möglichkeit, dies über Marktmechanismen zu regulieren. Damit die kapitalistischen Mechanismen nicht zum Zuge kommen, werden Gemeingüter bzw. Allmende geschaffen. Bereits im Mittelalter gab es gemeinschaftlich genutzte Äcker, die keiner Einzelperson gehörten, sondern der lokalen Gemeinschaft. Da solche analogen Güter prinzipiell endlich sind, besteht die Gefahr der Übernutzung, was dann zur Tragik der Allmende führt. Hier schaffen OER Alternativen, denn digitale Ressourcen sind nicht übernutzbar, sondern unendlich zu vervielfältigen. Marktwirtschaftliche Mechanismen greifen erst dann, wenn es zu einer künstlichen Verknappung kommt, die die Nutzung exklusiv macht und damit einschränkt.“

„Als Ausgangspunkt bietet sich die Frage an, warum Hochschulen in OER investieren sollten. Sobald durch den Einsatz von OER dauerhaft ein Nutzen erzielt wird, der die anfallen den Kosten übertrifft, ist aus Sicht der Hochschule ein Business Case gegeben. “

Quelle: Deimann, Markus et al (2015): Whitepaper Open Educational Resources (OER) an Hochschulen in Deutschland – Bestandsaufnahme und Potentiale 2015, open-educational-resources.de, Transferstelle für OER2015, S. 30ff
(aufgerufen am 14.06.2017)

 

Learning how to learn Woche 4 (zweite Lerneinheit)

Im ersten Video der zweiten Lerneinheit von Woche 4 geht es um die rechte und die linke Gehirnhälfte. Die linke Gehirnhälfte ermöglicht einen fokussierten Denkmodus. Sie bietet einen analytischen und optimistischen Ansatz. Klare wissenschaftliche Erkenntnisse legen nahe, dass es Potential gibt für Starrheit, Dogmatismus und Egozentrismus. Die rechte Gehirnhälfte ermöglicht zurückzutreten und das Gesamte im Überblick zu betrachten und nachträglich zu prüfen.
Im Weiteren geht es um Teamwork. Am besten soll man gelerntes richtig umsetzen können, wenn man im Teamwork mit anderen arbeitet. Durch die verschiedenen Sichtweisen einzelner Individuen werden Fehler leichter erkannt. Auch das Erklären des Stoffes für Andere kann dem eigenen Verständnis helfen. Auch für den Berufsweg kann es dienlich sein mit Anderen zusammenzuarbeiten.

Das zweite Video läuft unter dem Motto „A Test Checklist“. Die Erzählerin zeigt folgende Punkte auf, welche vor einem Test beachtet werden sollen. Sie sind als Fragen formuliert, die mit „Ja“ beantwortet werden sollen:

  • Hast du dich ernsthaft bemüht den Stoff zu verstehen?
  • Hast du mit Kolleg_Innen zusammen gelernt beziehungsweise Lösungen verglichen?
  • Hast du versucht jede Hausaufgabenlösung zuerst umzureissen bevor du mit Kolleg_Innen daran arbeitest?
  • Hast du dich aktiv an Diskussionen bezüglich der Aufgaben beteiligt, Ideen beigetragen und Fragen gestellt?
  • Hast du dich mit dem/der Vortragenden oder dessen/deren Assistenten/Assistenten beraten, wenn du mit etwas Probleme hattest?
  • Hast du all deine Hausaufgaben verstanden als du sie abgegeben hast?
  • Hast du im Unterricht um Erklärungen von Hausaufgabenlösungen gebeten, wenn sie dir nicht klar waren?
  • Hast du versucht alle Aufgabenlösungen kurz zu umreissen?
  • Hast du vor dem Test ausreichend geschlafen?

Das nächste Video handelt von „The Hard Stand-Jump to Easy Technique“ (Die „Schwer-Leicht Theorie“).
Wiele Menschen lösen zuerst leichtere Aufgaben, bevor sie sich an schwierigere wagen. Diese Herangehensweise kann sich als problematisch erweisen, da schwierige Afgaben mehr Zeit und Fokussierung benötigen. Deshlab wird empfohlen mit den schwierigeren Aufgaben zu beginnen. So auch in einer Prüfung.
Die „Schwer-Leicht Theorie“ zeigt, dass man bei diesen Aufgaben von der schwierigen schnell zu einer leichteren wechseln soll, wenn man nicht mehr weiterkommt. So wird ermöglicht, dass verschiedene Teile des Gehirns gleichzeitig an unterschiedlichen Aufgaben arbeiten.
Die „Schwer-Leicht Theorie“ sorgt bei Prüfungen dafür, dass jede Aufgabe zumindest teilweise bearbeitet wird.

Das nächste Video trägt den Titel „Final helpful hints for tests“.

  • Das Denken soll von „Dieser Test macht mir Angst“ auf „Dieser Test regt mich an mein Bestes zu geben“ geändert werden.
  • Atemübungen sind ein guter Tip um Stressituationen zu überbrücken
  • Antworten bei multiple-choise Tests abdecken und sich an die Informationen vorab zu erinnern kann auch helfen den Test zu bestehen.
  • Immer einen Plan B für eine alternative Karriere haben
  • Am Tag vor der Prüfung alle Materialien noch einmal überblicksmäßig durchsehen

Am Ende folgt noch eine kurze Zusammenfassung von allen Lerneinheiten und ein Quiz. zur letzten Einheit.