Blockchain als Zukunft der Zertifizierung

Sehr spannender Artikel

„Blockchain ist eine neue Technologie des dezentralen Webs und bisher vor allem im Zusammenhang mit der Währung Bitcoin bekannt. Zuletzt wurden Blockchain und verschiedene Anwendungsfälle auf der diesjährigen Re:publica thematisiert. Wir haben Shermin Voshmgir, eine der vortragenden Expert(inn)en und Gründerin des BlockchainHubs Berlin, gefragt, wie es um das Potenzial für den Einsatz von Blockchain in der (Hochschul-) Bildung steht.“

https://hochschulforumdigitalisierung.de/de/blog/blockchain-lernen-neu-erfinden-hochschule-shermin-voshmgir

 

Bildung als globaler Markt

In vielen Ländern steigt der Einkommensunterschied zwischen denen, die ein Universität Abschluss haben und denen, die es nicht tun. Dies führte zu einer Expansion von Hochschulbildungsangeboten. Folglich wurde die Hochschulbildung als ein gutes Business Model wahrgenommen.

Education is loosing ground as a public good to become simply another marketable commodity.

In jedem Markt herrscht Wettbewerb. Der Bildungsmarkt ist keine Ausnahme. Der guardian Beitrag berichtete schon 2007 um die Entwicklungen hinsichtlich der Bildung, die als globaler Markt wahrgenommen wird. „Education is a global market: distance learning is on the increase, and the far east is competing with the west for international students.”

“But while growth in the number of students travelling to traditional overseas markets such as the UK, US and Australia is slowing, education hubs are developing fast in other, new areas. Students from elsewhere in the far east are now travelling to China or Malaysia rather than the west in search of an international education, delivered either by state, or increasingly private, institutions.

This does not necessarily mean they want to study Chinese university degrees. Many still like a UK or US qualification but they don’t feel they need to go to the UK or US to get it.”

 

Ein positiver Aspekt ist sicherlich der Grad der Harmonisierung von Studiengängen und Abschlüssen, der einigermaßen stattgefunden hat. Nichtsdestotrotz kommt es immer wieder vor, dass einige ausländische Bildungsabschlüsse, trotz der Standardisierung weniger gewertet werden als inländische.

Quellen:

https://www.theguardian.com/education/2007/feb/20/highereducation.uk5

Carnoy, Martin (2014): Globalization, Educational Change, and the National State: In Stromquist, Nelly/Monkman, Karen (Hrsg.): Globalization and Education. Integration and Contestation across Cultures. Rowman & Littlefield: Plymouth.

Weins, Cornelia (2010): Kompetenzen oder Zertifikate? Die Entwertung ausländischer
Bildungsabschlüsse auf dem Schweizer Arbeitsmarkt. In:  Zeitschrift für Soziologie, Jg. 39, Heft 2, April 2010, S. 124–139.

Open Acccess an der Universität Salzburg

Ziel von Open Access ist es, wissenschaftliche Literatur und wissenschaftliche Materialien für alle Nutzerinnen und Nutzer frei zugänglich zu machen: kostenlos und möglichst frei von technischen und rechtlichen Barrieren.

Die Universität Salzburg hat 2014 die Berliner Erklärung mit der Zustimmung über den Zugang zu offenen Publikationen.

en-access/open-access-leitbild-plus.pdf

Die Universität Salzburg sieht es als Ihre gesellschaftliche Verantwortung an, den freien Zugang zu wissenschaftlicher Literaur zu gewährleisten und ist bemüht die wissenschaftliche Produktion der Universität Salzburg so gut wie möglich frei zugänglich bereitzustellen.

Seit September 2016 haben Studierende und Mitarbeiter der Universität Salzburg Zugriff auf mehr als 2000 Springer-Publikationen. Auch kann man Publikationen von WissenchaftlerInnen der Universität Salzburg kostenlos in 1600 Hybrid-Zeitschriften des Springer Verlages veröffentlichen.

https://www.uni-salzburg.at/index.php?id=65433

Nun ist hier die Frage ob es sich hierbei nur um open access für Studierende der Universität Salzburg handelt? Bekommen auch Nicht-Studenten Zugang zu diesen Publikationen und können Ihre wissenschaftlichen Arbeiten öffentlich zugänglich machen? Ich habe versucht nach Publikationen über das Thema „open access“ in der Uni-Bibliothek zu suchen, ohne Anmeldung komme ich zu keinen Volltexten. Entweder ich finde diese nicht oder es funktioniert tatsächlich ohne Anmeldung nicht. Handelt es sich hierbei dann tatsächlich um open access?

Gehe ich auf die Startseite der Uni Salzburg und gebe in das Suchfeld „open access“ ein, erhalte ich überraschenderweise Publikationen im Volltext die für alle sichtbar sind.

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Unter dem Reiter „news“ ist jeden Monat ein Artikel veröffenlticht worden.

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Die Artikel sind sehr interessant und behandeln verschiedene Themenbereiche. Schade ist, dass die Artikel meiner Meinung nach kaum ersichtlich sind. Ich wusste nicht, dass es Publikationen des Monats gibt, noch weniger wo ich diese finde. Wie gesagt, man muss schon explizit nach dem Begriff suchen.

 

Bildung als Markt

Der Bildungsbereich steht zum einen vor der Veränderung durch die einfacher werdende visuelle und technische Übermittlung von Informationen und Wissen (youtube, MOOC, Plattformen). Allerdings stehen Berufe und Ausbildungen ihrerseits vor der Herausforderung der Adaption oder Automatisierung durch digitale Techniken wie künstlicher Intelligenz.

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Deutsche Fachpresse. n.d. Umsätze im B2B-Markt für Weiterbildung (inkl. Tagung/Kongresse) in Deutschland im Jahr 2016 (in Milliarden Euro). Statista. Zugriff am 19. Juni 2017. Verfügbar unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/546136/umfrage/umsaetze-im-b2b-markt-fuer-weiterbildung-in-deutschland/.

 

Unter Experten werden unter anderen deswegen große Unternehmen und mittlere Unternehmen als die vielversprechendsten Zielgruppen angesehen. Insbesondere auch die Möglichkeiten und Anforderungen einer Industrie 4.0 könnten hier Einsatzmöglichkeiten bieten.

statistic_id164930_umfrage-zu-erfolg-versprechenden-zielgruppen-fuer-die-e-learning-wirtschaft-2016.png

MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung. n.d. Welche E-Learning-Zielgruppen sind in den kommenden drei Jahren für die E-Learning-Wirtschaft besonders Erfolg versprechend?. Statista. Zugriff am 19. Juni 2017. Verfügbar unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/164930/umfrage/zielgruppen-von-elearning-in-deutschen-unternehmen/.

 

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MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung. n.d. Welche Anwendungen werden beim eLearning in den nächsten drei Jahren kommerziell sehr erfolgreich sein?. Statista. Zugriff am 19. Juni 2017. Verfügbar unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/203892/umfrage/erfolg-versprechende-zielgruppen-fuer-die-e-learning-wirtschaft/.

statistic_id597629_prognose-der-umsaetze-in-der-e-learning-branche-nach-regionen-weltweit-bis-2021.png

Ambient Insight. n.d. Prognose der Umsätze durch E-Learning weltweit nach Regionen in den Jahren 2016 bis 2021 (in Millionen US-Dollar). Statista. Zugriff am 19. Juni 2017. Verfügbar unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/597629/umfrage/umsatz-im-markt-fuer-e-learning-nach-regionen/.

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Ambient Insight. n.d. Prognose der Umsätze durch E-Learning nach Segmenten weltweit in den Jahren 2016 bis 2021 (in Milliarden US-Dollar). Statista. Zugriff am 19. Juni 2017. Verfügbar unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/597704/umfrage/umsatz-im-markt-fuer-e-learning-nach-segmenten-weltweit/.

 

 

Wert von Bildung? Titel-Inflation?

Um den Wert von Bildung einschätzen zu können, muss man zunächst die Rahmenbedingungen ansehen. Vorgaben und Zielsetzungen sowie Strukturprogramme führen derzeit zu höheren Akademikerquoten, wodurch es mehr Studierende gibt. Gleichzeitig ändern sich die Lehrpläne, weshalb man nicht von einer gleichbleibenden Qualifikation ausgehen kann. Das damit einhergehende Problem einer Titel oder Zertifizierungsinflation beschrieb Konrad Paul Liessmann bereits 2006 in einer zugespitzten Weise in Theorie der Unbildung. Eine ähnliche Entwicklung lässt sich neben vielfältigen, spezifischen und interdisziplinären Bachelorstudiengängen auch in Masterstudiengängen, oder auch in Master of advanced Studies (MAS) oder Certificate of advanced Studies (CAS) ablesen. Diese letzteren Angebote richten sich insbesondere an Berufstätige oder Personen mit Berufserfahrung und kosten mehrere tausend Euro, je nach Fakultät.

Statistisches Bundesamt. n.d. Anzahl der Studierenden an Hochschulen in Deutschland vom Wintersemester 2002/2003 bis 2016/2017*. Statista. Zugriff am 19. Juni 2017. Verfügbar unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/221/umfrage/anzahl-der-studenten-an-deutschen-hochschulen/.

 

Eine weitere Thematik ist die Gültigkeit von Wissen, das man erwerben kann. Entgegen einer Vorstellung, dass das gesamte Wissen zunehmend einfacher zugänglich sei, konstatiert Robert B. Laughlin eine Zurückhaltung von Wissen, aus ökonomischen oder sicherheitsspezifischen Überlegungen (vgl. Suhrkamp ).

Liessmann, Konrad Paul (2006): Theorie der Unbildung: Die Irrtümer der Wissensgesellschaft. Wien: Paul Zsolnay Verlag

Laughlin, Robert B. (2008): Das Verbrechen der Vernunft – Betrug an der Wissensgesellschaft. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag.