Bildung & Marktmechanismen

Ich habe einen spannenden Artikel von Herrn Peter Baumgartner gefunden, der in seinem Blog ein paar Gedanken zum Thema MOOCs und Bildung im Zusammenhang mit Marktmechanismen teilt.

Hier  sind einige Gedankenausschnitte von ihm:

Er geht auf den Zusammenhang von Mikro-Ebene (Individuum) und Makro-Ebene (Gesellschaft) ein

Baumgartner

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Den ganzen Eintrag gibt es unter: http://peter.baumgartner.name/2013/03/01/anmerkungen-mooc-diskussion/ (aufgerufen am 14.06.2017)

 

Weitere Gedankenansätze:

“Große Medienkonzerne haben das Feld der digitalen Bildung bereits erkannt und investieren massiv in „All-in-one“-Lösungen für Schulen und Hochschulen. Neben vielen positiven und innovativen Ansätzen erlangen gewinnorientierte Unternehmen damit jedoch eine fragwürdige Kontrolle über die Lernplattformen, Unterrichtsgestaltung und Daten der SchülerInnen.“

Quelle: Birnker, Michael et al (2015): Wie gestalten wir den digitalen Wandel gerecht? Visionen und Forschungsfragen aus der Perspektive von Arbeitnehmerinnen undArbeitnehmern, Kammer für Arbeiter und Angestellte Wien 2015, S.22

 

“Aus philosophischer Sicht lässt sich OER als eine Art „digitaler Humanismus“, also die Weiterentwicklung des klassischen Humanismus der Renaissance für das digitale Zeitalter begreifen. Was zur damaligen Zeit Sprache und Kulturgüter (Literatur, Musik, Malerei) waren, sind heute digitale, offen zugängliche Artefakte. Hinzu kommen digitale Technologien zur gemeinsamen Produktion und zur weltweiten Verbreitung.“

„Ab 2004 Unternehmen wie Google, Facebook und Amazon das freie Cyberspace zu kommerzialisieren um ökonimischen Profit zu erzielen. Auch die durch die NSA und andere Geheimdienste praktizierte massenhafte Ausspähung steht der Vorstellung des freien Internets diametral entgegen. Open Educational Resources stehen der kommerziellen Nutzung des Webs zwar nicht grundsätzlich entgegen, begründen allerdings einen Gegendiskurs, der auf ein Teilen von Gemeingütern ausgerichtet ist. Da digitale Güter leicht zu kopieren und zu verbreiten sind, besteht keine Gefahr der Verknappung von Angeboten und damit die Möglichkeit, dies über Marktmechanismen zu regulieren. Damit die kapitalistischen Mechanismen nicht zum Zuge kommen, werden Gemeingüter bzw. Allmende geschaffen. Bereits im Mittelalter gab es gemeinschaftlich genutzte Äcker, die keiner Einzelperson gehörten, sondern der lokalen Gemeinschaft. Da solche analogen Güter prinzipiell endlich sind, besteht die Gefahr der Übernutzung, was dann zur Tragik der Allmende führt. Hier schaffen OER Alternativen, denn digitale Ressourcen sind nicht übernutzbar, sondern unendlich zu vervielfältigen. Marktwirtschaftliche Mechanismen greifen erst dann, wenn es zu einer künstlichen Verknappung kommt, die die Nutzung exklusiv macht und damit einschränkt.“

„Als Ausgangspunkt bietet sich die Frage an, warum Hochschulen in OER investieren sollten. Sobald durch den Einsatz von OER dauerhaft ein Nutzen erzielt wird, der die anfallen den Kosten übertrifft, ist aus Sicht der Hochschule ein Business Case gegeben. “

Quelle: Deimann, Markus et al (2015): Whitepaper Open Educational Resources (OER) an Hochschulen in Deutschland – Bestandsaufnahme und Potentiale 2015, open-educational-resources.de, Transferstelle für OER2015, S. 30ff
(aufgerufen am 14.06.2017)

 

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