Open Access Universität Salzburg / Entwertung von Bildungsabschlüssen und Führungskräfte der Zukunft

Open Access Universität Salzburg

Bezogen auf die Aufgabenstellung „Open-Access, OER und offene Bildung an der Uni Salzburg“ möchte ich auf meinen im März publizierten Beitrag Open Access & digitaler Wettlauf der Hochschulen verweisen.

Entwertung von Bildungsabschlüssen

Grundsätzlich funktioniert die Werthaltigkeit von (Bildungs-)Abschlüssen nach dem Angebot-Nachfrage Prinzip des Markes. Je mehr Angebot vorhanden ist – sprich je mehr Mensch eine spezielle Ausbildung haben – desto mehr oder weniger ist diese Ausbildung am Arbeitsmarkt wert.

Begonnen hat diese Entwicklung in der Mitte des 20. Jhdts., in welcher viele Kinder damit begonnen haben ihre Schullaufbahn mit einer Reifeprüfung (Matura/Abitur) abzuschließen. Damit einher ging eine Entwertung dieses Abschlusses (vgl. Friedrich 2012: o.S.). Diese Entwicklung hat sich bis heute fortgesetzt. Letzendlich entspricht eine heutige Mautra dem, was früher ein Hauptschulabschluss war. Ähnlich entwickelte es sich auch mit Studienabschlüssen. Immer mehr Menschen drängen an die Universitäten, um eine Hochschulbildung zu erlangen.

Jörg Friedrich nennt diese Entwicklung auch Bildungsinflation. Er besagt, dass mit jede Inflation mit einer Entwertung der ausgeteilten Papiere (ob nun Geld oder Abschlusszeugnisse) einhergeht (vgl. ebd.: o.S.).

Universitätsabgänger sind heute nicht wie früher die Führungselite, sondern einfachen Angestelltenpositionen zuzuordnen. Allerdings sieht Friedrich diese Entwicklung als keine beklagenswerte sondern eine selbstverständliche und richtige Begleiterscheinung der Veränderung der Arbeitswelt. Er stellt sich jedoch die Frage, wo die Führungskräfte der Zukunft ausgebildet werden sollen.

Meiner Einschätzung nach ist eine Hochschulbildung und damit erlangene Zeritifkate und Titel generell bei weitem nicht so wichtig wie die Persönlichkeit und die Fähigkeiten eines jeweiligen Menschen. Viele (vor allem junge) Unternehmen legen auch nur wenig wert auf Titel und Abschlüsse.Diese werden auf Visitenkarten, Websites, etc. auch nicht mehr angeführt – für sie zählt die Leistung. Darüber hinaus sind Menschen ohne Hochschulabschluss in der Lage erfolgreich Firmen zu gründen und zu wirtschaften. Inflationär dafür verwendete Beispiele sind Gates, Jobs oder Zuckerberg, welche alle ihre Studienlaufbahn abgebrochen haben. Allerdings ist zu erwähnen, dass es sich bei diesen Beispielen im speziellen aber auch allgemein um Ausnahmefälle handelt. Nur 20 der 181 DAX-Konzerne weisen einen CEO ohne Studienabschluss auf, Führungskräfte ohne Studienabschluss haben heute ein Akzeptanzproblem (vgl. Sommer 2012: 2).

Laut einer Studie der Consulting-Firma Roland Berger aus dem Jahr 2012 ist die Ausbildung neuer Führungskräfte hervorragend. Jedoch ist diese auch extrem gleichförmig. So besagt die Studie, dass wenn man zwanig Nachwuchsmanagern dieselbe Frage stellt, sie alle exakt die gleiche Antwort geben (vgl. Sommer 2012: 3). Dies sind nur bedingt gute Vorausetzung für Diversität, Ideen und Innovationskraft in einem Unternehmen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich das Bildungsystem der Zukunft entwickelt und wie wichtig (Studien-)Abschlüsse in Zukunft sein werden.

 

Quellen

Friedrich, Jörg (2012): Inflation und Wertverlust der Bildungsabschlüsse. Online unter: https://www.heise.de/tp/features/Inflation-und-Wertverlust-der-Bildungsabschluesse-3395550.html (12.06.2017).

Sommer, Sarah (2012): Chef ohne Abschluss. Online unter: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/karriere/a-871066-2.html (12.06.2017).

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