Welche Ziele verfolgen Universitäten mit dem Angebot von MOOCs?

Warum werden MOOCs überhaupt angeboten? Was wollen Universitäten damit erreichen?
Ich habe dazu einen Online-Artikel von Chris Dellarocas gelesen, dem Direktor der „Digital Learning Initiative“ (Dellarocas 2015: o.S.) von der Universität Boston.
Der Artikel stellt verschiedene Strategien vor, die erklären, warum MOOCs in dem Lehrangebot von Universitäten integriert werden:


MOOCs als PR-und Marketing-Strategie:
Nicht nur die globale Reichweite der MOOCs, sondern auch diesbezügliche Medienberichte und ähnliches, können sich positiv auf die Reputation von Universitäten auswirken, welche diese MOOCs betreiben. In diesem Zusammenhang wird angenommen, dass Universitäten durch MOOCs mehr Studierende gewinnen können, was allerdings noch nicht eindeutig bewiesen ist.


Traditionelle Lehrmethoden modernisieren → Förderung von Flexibilität:
MOOCs eignen sich dafür, um traditionelle Lehrmethoden durch „Active Learning“ (Dellarocas 2015: o.S.) zu modernisiern. Somit könnten MOOCs zu einem „textbook of the future“ (Ebd.: o.S.) in einem „flipped classroom“ (Ebd.: o.S.)-Modell werden, innerhalb diesem den StudentInnen ein abwechslungsreicheres und flexibleres Lehrprogramm geboten wird. Universitäten reagieren damit auf die Forderungen der Studierenden des 21. Jahrhunderts, welche sich zunehmend flexiblere und modernere Lehrmethoden wünschen (ortsunabhängiger Zugriff auf das Lehrmaterial, Lernen von Zuhause aus etc.). Durch die Integration von MOOCs, kommen die Universitäten den StudentInnen entgegen, wobei sie neue StudentInnen von der Universität begeistern – und bereits Studierende weiterhin an diese binden können.


Alumni-Strategie:
Zudem kann hinter dem Anbieten von MOOCs eine Strategie stecken, die darauf abzielt, AbsolventInnen auch nach ihrem Abschluss an die Universität zu binden. Es ist daher eine neue Weiterbildungs-Möglichkeit, für diese (wie sich gezeigt hat) auch die Bereitschaft besteht, zu bezahlen.


MOOCs als (vorerst) kostenloses Schnupperangebot → Werbung für kostenpflichtige Angebote:
Des Weiteren können MOOCs eine Art ‚kostenloses Schnupperangebot’ darstellen. Die kostenfreie Vorstufe für Programme und Tutorien von Universitäten, dient dazu, um TeilnehmerInnen für diese kostenpflichtigen Angebote zu gewinnen.


Förderung des pädagogischen Fortschritts → Erkunden des digitalen Lernens:
Ein weiterer Grund für das Anbieten von MOOCs durch Universitäten ist, dass dadurch wertvolle Erkenntnisse für die Entwicklung von neuen digitalen Lehrmethoden gewonnen werden können. Hierbei werden MOOCs als eine Art ‚pädagogisches Experiment’ gesehen, das wiederum dazu beitragen kann, um die Lehrmethoden der Universität zukünftig zu modernisieren und sie auf die veränderten Wünsche der Studierenden anzupassen (vgl. Dellarocas 2015: o.S.).


Quelle:
Dellarocas, Chrysanthos (2015): MOOC Strategies for Residential Universities. Online unter: http://www.bu.edu/dli/2015/01/21/mooc-strategies-for-residential-universities/ (10.05.17).

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