Wie können MOOC-Anbieter “bildungsferne Schichten” erreichen?

Wie wir bislang bei unseren Blogeinträgen diskutiert haben, wurden MOOCs am Anfang als eine Idee wahrgenommen, die das Potenzial hat, die Bildung weltweit zu „demokratisieren“. Schaut man sich die Studien zur MOOCs Teilnahme an, dann sehen wir, dass diese Demokratisierung im wahren Sinne des Wortes nie stattgefunden hat. Diesbezüglich sind es z.B. bei Coursera  85% der Teilnehmer mit einem oder mehr Hochschulabschlüssen.  Es wurde auch davon ausgegangen, dass die Möglichkeiten, die von MOOCs angeboten werden, insbesondere in Entwicklungsländern von allen Bildungsschichten genutzt werden. Das war auch nicht der Fall, daher wird statt einer Demokratisierung  über “DeMOOCratising of higher education diskutiert:

“In a survey of 391 MOOC students from developing countries (mostly Latin America and Southeast Asia); more than half of them held an undergraduate or Bachelor degree (52%). Holders of graduate degrees – Masters, PhDs or postdoctoral degrees – were heavily overrepresented, compared to the average rates of graduate degree holders in those regions. And only less than 1% of students claimed to have had no formal education at all.”

 

Da stellt sich natürlich die Frage, wie können MOOCs ihr Angebot auch für andere Bildungsschichten mehr attraktiv machen. Die Tatsache, dass eine Gruppe, in diesem Fall die höher gebildete, schon über die MOOCs Angebote informiert ist, ist ein Beweis, dass die Marketingstrategien über die MOOC Präsenz erfolgreich war. Die Strategien sind Werbungen über MOOCs, die ich auch selber in verschiedenen Internet  Plattformen zu sehen bekam. Beispiele sind FB, YouTube Werbungen und Google Anzeigen. Diese Kommunikationsstrategien waren für die höher Gebildeten erfolgreich, aber wie die Zahlen oben erklären, weniger erfolgreich für die „bildungsfernen Schichten“. Daher bin ich auch der Meinung, dass weitere Werbungen (hiermit meine ich direkte Werbung seitens MOOCs Anbieter) nichts ändern wird, da man sich mit dem Inhalt dieser Werbungen nicht wirklich auseinandersetzt, seien es YT, FB, Google oder andere. Meine Überlegung ist es, andere Kommunikationsstrategien zu finden, welche einen größeren Einfluss auf den Rezipienten haben bzw. mit welcher Nachricht sich der Rezipient mehr auseinandersetzt. Ein klassisches Beispiel ist der Versuch von MOOCs die Teilnehmer zu motivieren, in sozialen Netzwerken aktiv zu werden und damit auch diese MOOCs Bekannten näher zu bringen.

MOOC

Ich bin der Meinung, dass diese Strategie erfolgreicher ist, als eine YouTube Anzeige, die man kaum mehr wahrnimmt. Das Modell des Zweistufenflusses der Kommunikation nach Paul Lazarsfeld stützt diese Annahme. Nach dieser Theorie haben die Medien keinen direkten Einfluss auf die Masse (alle Rezipienten), sondern sind die Rezipienten eher durch Meinungsführer beeinflussbar. In diesem Fall sind die Personen, die an einem MOOC teilnehmen, und darüber in sozialen Netzwerken berichten, die Meinungsführer, die laut der Two-Step-Flow of Communication eine größere Wirkung erzielen können. Diese Bekanntmachung von MOOCs muss aber nicht nur durch soziale Netzwerke erfolgen. Dies kann auch persönlich stattfinden durch positives Word of mouth mit Kollegen und Bekannten. Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt kann auch der Versuch sein  MOOCs schon von Anfang an den Kindern in ersten Schuljahren zu präsentieren seitens der Schulen und Lehrer. Letztendlich hat edX zusammengefasst welche weitere Ideen MOOCs helfen können weitere Teilnehmer zu erreichen.

 

 

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