MOOCs und schwer zu erreichende Zielgruppen

MOOCs und schwer zu erreichende Zielgruppen

Wie aus zahlreichen Quellen hervorgeht besteht eine große Herausforderung von MOOCs darin, bildungsferne Schichten anzusprechen und zu erreichen. Dieser Beitrag dient als Ideensammlung und beschäftigt sich mit den Möglichkeiten, um Online-Bildung auch schwer zu erreichenden Zielgruppen zugänglich zu machen. Das Auffinden wissenschaftlicher Literatur, die sich mit Inklusions-Strategien im Kontext von MOOCs und bildungsfernen Schichten beschäftigt, stellt sich als schwieriges Unterfangen dar. Während KritikerInnen ein solches Bestreben meist als ohnehin unrealistisch ansehen, wird in euphorischen Beiträgen das bildungsschichten-übergreifende Potential von MOOCs umso häufiger betont. In der Theorie ist dieses Argument nicht unangebracht, da MOOCs meist unkompliziert, orts- und zeitunabhängig und kostenlos bzw. kostengünstig zugänglich sind. Damit werden geeignete Rahmenbedingungen geschaffen, um theoretisch ‚allen‘ interessierten Internetnutzenden die Teilnahme zu ermöglichen. Wie jedoch schwer zugängliche Zielgruppen, denen MOOCs nicht bekannt sind, in der Praxis erreicht werden können, wird meist nicht thematisiert.

Ein Hauptproblem von MOOCs, so scheint es, ist deren Bekanntheitsgrad. Sowohl Offline als auch Online könnten hierzu verschiedene Ansätze sinnvoll sein, um diesen zu steigern.

  • Werbeeinschaltungen auf Web 2.0. Plattformen (Youtube, Facebook). Wie anhand der aktuellen MA-2016 Studie ersichtlich wird, nutzen vor allem junge Zielgruppen das Internet um Musik zu hören, Videoclips anzusehen oder um soziale Netzwerke zu nutzen. (vgl. Verein ARGE Media-Analysen 2016: o.S.). Das Bewerben von MOOCs auf großen Musik- oder Videoplattformen scheint daher geeignet, um sowohl bildungsnahe als auch bildungsferne Menschen zu adressieren. Denkbar sind natürlich ebenso Werbeeinschaltungen auf anderen Social Network Sites wie Facebook, da auch diese bildungsschichtübergreifend genutzt werden .
  • Kooperationen mit Bloggern, Vloggern, LiveStreamern. Durch die Kooperation mit publizierenden und Inhalte-produzierenden Internetnutzern könnten MOOC-Anbieter von der Reichweite dieser Personen profitieren. Blogger könnten gezielt angeschrieben und so auf z.B. nationale MOOC-Angebote wie iMooX aufmerksam gemacht werden. Für Personen, die sich beispielsweise auf das Erstellen von Youtube-Video-Tutorials spezialisiert haben, könnte sich das Anbieten ihres Wissens auch auf MOOC-Plattformen eignen. Während auf Youtube die ‚light‘-Version eines Tutorials angeboten werden könnte, wäre die detaillierte ‚extended‘- Ausführung in Form eines MOOCs auf beispielsweise udemy denkbar.
  • Zusammenarbeit mit Schulen und Bildungseinrichtungen. Zur Bekanntheitssteigerung wäre es sicherlich auch sinnvoll, in diversen Bildungseinrichtungen durch Vorträge, Workshops oder durch die Verteilung von Informationsmaterial auf MOOCs aufmerksam zu machen. Auch die Aussendung aktuell laufender, für die jeweilige Zielgruppe interessanter MOOCs an Bildungseinrichtungen mit der Bitte um Weiterleitung an die Lernenden / Schüler wäre eine Idee.
  • MOOCs im Pflichtschulen-Lehrplan. In Form von Online-Unterrichtseinheiten könnten Lehrende einige wenige Unterrichtseinheiten dafür verwenden, SchülerInnen die Welt der Onlinekurse näher zu bringen und mit ihnen gemeinsam MOOC Plattformen ausprobieren. Die Abhaltung von eigenen MOOCs oder die Teilnahme an einem MOOC, der zur Unterrichtseinheit passt, könnte das Interesse der Jugendlichen an Online-Bildungsangeboten steigern. Lehrende müssten jedoch selbst erst in Form einer Schulung oder Ähnliches das Prinzip von MOOCs kennenlernen. Ebenso ist die Kursauswahl zu bedenken, da ein zu hohes Anforderungsniveau des MOOCs Jugendliche wohl eher frustriert und abschreckt. Sinnvoll wäre diesbezüglich ein MOOC, der keine umfassenden Fremdsprachenkenntnisse der Lernenden erfordert und eher einfach anstatt abstrakt-wissenschaftlich gehalten ist.

Verein ARGE Media-Analysen (2016): MA 2016. Internet. Online unter: http://www.media-analyse.at/table/2787 (23.04.2017).

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