Open Access & digitaler Wettlauf der Hochschulen

Dieser Blogbeitrag bietet im ersten Teil Informationen zur Open Access Politik der Universität Salzburg. Im zweiten Teil wird der digitale Wettlauf von Hochschulen um Studenten in Form eines Meinungskommentars dargestellt.

Universität Salzburg und Open Access

Seit 2015 gibt es Bestrebungen der Universität Salzburg, Publikationen in Form von Open Access zur Verfügung zu stellen. Die Universität Salzburg kooperiert hierbei mit dem Springer Verlag und nimmt am „wegweisenden Zugangs- und Open-Access Publikationsmodell ‚Springer Compact‘ teil“.

Durch diese Zusammenarbeit ist es WissenschaftlerInnen möglich, ohne Zusatzkosten in 1.600 Hybrid-Zeitschriften des Springer Verlages in Open Access zu publizieren (vgl. Universität Salzburg 2017a: o.S.).

Darüber hinaus gibt es einen Open-Access Publikationsfonds welche es WissenschaftlerInnen hilft, neben dem Springer Compact, in so genannten ‚Gold Open Access-Zeitschriften‘ zu publizierten. Dabei übernimmt der Fonds einen Teil der Publikationsgebühren (max. EUR 2.000,-/Paper). Die Voraussetzung ist u.a., dass sich das zu veröffentlichende Paper unter einer CC-Lizenz (Creative Commons) gestellt wurde. Zu erwähnen ist, dass sich Open Access-Zeitschriften über Publikationsgebühren finanzieren. Durch Einmalzahlungen sind Publikationen dauerhaft online abrufbar (vgl. Universität Salzburg 2017b: o.S.).

Im Jahr 2015 wurden über die Universität Salzburg insgesamt 16 Papers als Open Access veröffentlicht (vgl. Universität Salzburg 2017c: o.S.). Angesichts der Größe der Universität handelt es sich m.E. dabei um eine verschwindend geringe Zahl an Publikationen Allerdings sind auch nur die Papers des Jahres 2015 abrufbar, die Website dürfte diesbezüglich noch nicht auf dem aktuellen Stand sein da keine Publikationen aus dem Jahr 2016 abrufbar sind.

Quellen/Links

Universität Salzburg (2017): Open Access. Online unter: http://www.uni-salzburg.at/index.php?id=65433 (13.03.2017).

Universität Salzburg (2017): Open Access-Publikationsfonds der Universität Salzburg. Online unter: http://www.uni-salzburg.at/index.php?id=67089 (13.03.2017).

Universität Salzburg (2017): Geförderte Publikationen. Online unter: http://www.uni-salzburg.at/index.php?id=201731 (13.03.2017).

 

Wettlauf um Hochschulstudenten durch MOOCs

MOOCs stammen wie so viele technologische Neuerungen aus den USA. Der Erfolg von MOOCs hat mehrere Gründe. Als erstes soll hier der finanzielle Aspekt angesprochen werden. Hochschulbildung ist in den USA immens teuer. Kosten von 50-60T USD pro Studienjahr sind an der Tagesordnung. Online-Kurse bieten dazu eine Alternative. Die Kurse können entweder völlig kostenlos oder gegen eine geringe Teilnahmegebühr mit Zertifikat abgeschlossen werden. Denkt man in der neoklassischen Wirtschaftstradition könnte man danach Fragen, was es den Hochschulen denn bringt, derartige Kurse anzubieten. Dafür sprechen meines Erachtens zwei Gründe. Der erste ist banal: Niemand will auf der Strecke bleiben. Keine Hochschule will einen vielleicht wichtig werdenden Trend verpassen und ins Hintertreffen geraten. Dies ist zu vergleichen mit dem Einzug von Social Media an Hochschulen Mitte der 2000er Jahre (Facebook/Twitter-Accounts, etc.). Auch hier wurden Präsenzen und Accounts angelegt, obwohl die Kommunikations-Abteilungen der Unis noch gar nicht gewusst haben, wieso sie nun eigentlich eine Facebook Seite anlegen. Der Impuls dazu stammt beispielsweise aus der Konkurrenzbeobachtung. Der zweite Grund ist, wie in vielen Online-Geschäftsmodellen, die Skalierung. Wenn an einem Online-MOOC, wie beispielsweise dem von Stanford-Professor Sebastian Thrun gehaltenen Kurs zu künstlicher Intelligenz insgesamt 160.000 Teilnehmer abschließen und auch nur die Hälfte dieser Teilnehmer den Kurs samt Zertifikat abschließen, wird sich die Abhaltung für die jeweilige Universität rechnen. Sie macht einen Umsatz von ca. 4 Mio. USD (80T Teilnehmer á USD 50,- Zertifikatgebühr). Rückt man von der neoklassischen Sichtweise ab, könnten man auch argumentieren, dass man durch kostenlose MOOCs (höhere) Bildung in Teile der Welt bringt, die ansonsten von Bildung ausgeschlossenen werden würden und so einer digitalen Kluft (digitale Devide) entgegenwirken würden. Darüber hinaus sind viele Kurse in (öffentlichen) Universitäten derart überfüllt, dass die Online-Verfügbar-Machung durchaus Vorteile diesbezüglich bieten.

Doch mit der Einführung von MOOCs an vielen gängigen Universitäten wird auch eine Verwässerung des akademischen Standards befürchtet. Kritiker fragen, was nach dem Gespräch von Dozenten mit ihren Studenten wird. Wer liest Bücher, geht in die Bibliothek und erweiterte seinen Horizont, wenn er auch gemütlich von zu Hause aus Videos schauen kann? Wieviel Kommunikation geht verloren, wenn sich Lehrende und Studierende nur noch online treffen? Was geschieht mit der für Universitäten als Grundstein geltenden Diskussionskultur, wenn man tausende Kommilitonen hat?

Ich persönlich glaube eine Ergänzung der Hochschullehre durch MOOCs. MOOCs werden diese niemals komplett ersetze können. Dafür sind Diskussions-Kultur und die eigene Beschäftigung, das ‚Hinein-Lesen‘ in ein Thema, zu wichtig für eine umfassende Ausbildung.

 

Die o.a. Informationen stammen aus dem Text MOOCs: Der große Hype um die Zukunft der Hochschulbildung aus dem Jahr 2014. Vorhandene Meinungen und Prämissen sind die des Verfassers.

Quellen/Links

Hermann, Frank (2014): Online unter: Der große Hype um die Zukunft der Hochschulbildung http://derstandard.at/1392687527182/MOOCs-Der-grosse-Hype-um-die-Zukunft-der-Hochschulbildung (14.03.2017)

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1 Kommentar zu „Open Access & digitaler Wettlauf der Hochschulen“

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